50 Jahre Berliner Philharmonie

Berliner Philharmonie Bild vergrößern Berliner Philharmonie (© picture-alliance/ DUMONT Bildarchiv)

Die Berliner Philharmonie, einer der internationalen Spitzenkonzertsäle, öffnete 1963 mit einer Akustik zum Abheben.

„Live aus der Berliner Philharmonie“ heißt es nun schon seit 50 Jahren: Am 15. Oktober 1963 wurde das von dem Berliner Architekten Hans Scharoun erbaute Orchesterhaus eröffnet. Der moderne Konzertsaal mit seiner markant-zackigen Silhouette war zunächst umstritten. Heute gilt die Heimstatt der Berliner Philharmoniker am Kemperplatz in Berlin-Mitte als eines der Wahrzeichen der Hauptstadt. Herbert von Karajan Bild vergrößern Herbert von Karajan (© picture-alliance/ IMAGNO Franz Hubmann) Wegen ihrer zirkusartigen Form mit dem Konzertpodium im Zentrum wurde die Philharmonie frei nach Berliner Schnauze schnell „Zirkus Karajani“ genannt, in Anspielung auf den langjährigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker Herbert von Karajan. Das tat dem internationalen Renommee des Konzerthauses keinen Abbruch. Im Gegenteil, die innere Anordnung des Saales mit 2440 Sitzplätzen wurde in Australien, Japan und den USA begeistert übernommen. Die Mittelachse der eigenwilligen Konstruktion ist 60 Meter lang, die breiteste Ausdehnung 55 Meter. Genau im Scheitelpunkt steht der Dirigent. Die Decke schwebt 25 Meter über Sir Simon Rattle, der noch bis 2018 als Chefdirigent der Hausherr ist. Zu einer „Akustik zum Abheben“ tragen auch die Segel bei, die im Saal hängen.

Die asymmetrische Form der Philharmonie wurde durch den Akustiker Lothar Cremer entwickelt und löst die raumklanglichen Probleme so gut, dass Zuhörer auf allen Plätzen eine einzigartige Akustik genießen. Niemand im Publikum sitzt weiter als 30 Meter vom Dirigenten entfernt. Ausgerechnet in der Ehrenloge sei die Akustik am schwächsten, heißt es, so dass der Platz von manchem Ehrengast gemieden wurde. Das ist aber der einzige Makel. Darüber hinaus gaben sich hier Stardirigenten wie Claudio Abbado, Riccardo Chailly und Christian Thielemann den Taktstock Sir Simon Rattle Bild vergrößern Sir Simon Rattle (© picture-alliance / dpa_dpaweb) in die Hand, verzauberten Klassikstars wie Placido Domingo, Vladimir Horowitz und Anne-Sophie Mutter das Publikum. Die von Sir Simon dirigierten Berliner Philharmoniker widmeten ihr Jubiläumskonzert sinnfällig dem Thema „Raummusik“, zu dem der deutsche Gegenwartskomponist Wolfgang Rihm eigens ein neues Werk beisteuerte.

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