Pavel Simchanka über Duisburg

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Duisburg ist eine große Industriestadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. In den 90-er Jahren habe ich mich dort jährlich bei einer Gastfamilie erholt. Anfang der 2000-er hatte ich das Glück an der Universität Duisburg-Essen zu studieren. Das gab mir gute Möglichkeiten das Ruhrgebiet und seine Bewohner kennen zu lernen. Typische Bilder der Stadt und der ganzen Region sind große Betriebe. In meinen Erinnerungen ist Duisburg eine Stadt der Brücken. Die Ruhr mündet hier in den Rhein und für die Frachtkähne wurde ein ganzes Netz von Kanälen angelegt. Duisburg ist einer der größten Flusshäfen Europas. Über 230 Transport- und Logistikunternehmen sind am Duisburger Hafen angemeldet. Wenn man die beladenen Frachtkähne und Hafenkräne von einer Brücke beobachtet, ist das Ausmaß beeindruckend.  Es gibt unzählige Brücken in der Stadt: große und kleine, einfache und großartige, für Autos und auch für die Eisenbahn. Die Brücken haben auch eigene Namen und werden oft als Orientierungspunkte verwendet.

Um mehr über den Hafen zu erfahren und die industriellen Landschaften bewundern zu können, muss man unbedingt an einer Hafenrundfahrt teilnehmen. Sie können aber auch den Innenhafen besuchen. Das ist das neue Kulturzentrum von Duisburg. Hier werden öfter Stadtfeste und Kulturveranstaltungen ausgetragen. Besonders populär ist der Marina-Markt, der vom April bis Oktober seinen Besuchern Leckereien aus der ganzen Welt anbietet. Die Multi-Kulti-Atmosphäre, die so typisch für ganz Duisburg ist, kommt hier besonders zur Geltung. Die, die mehr aus der Stadtgeschichte erfahren möchten, rate ich die Reste der Stadtmauer aus den 12.-14. Jahrhunderten  auf dem Innenhafengeläde zu besichtigen.

Sehenswert ist auch das Kultur- und Stadthistorische Museum Duisburg. Das Museum wurde vor über 100 Jahren gegründet. Sein besonderer Stolz ist die Sammlung der Werke des berühmten flämischen Kartographen des 16. Jahrhunderts Gerhard Mercator. In der Ausstellung können zahlreiche Karten, Atlanten und sogar zwei Originalgloben des Himmels und der Erde bewundert werden. Mercator  lebte und arbeitete von 1552 bis 1594 in Duisburg.  Ein schönes Epitaph aus dem 17. Jahrhundert ist in der evangelischen Salvatorkirche zu sehen. Die Stadt ist stolz auf den weltberühmten Wissenschaftler. Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) ist ein weiterer berühmter Duisburger. Die Werke des Bildhauers kann man im Lehmbruck-Museum bewundern. Übrigens, das Museumsgebäude wurde von seinem Sohn Manfred Lehmbruck entworfen. Die modernen Skulpturen sind nicht nur in den Ausstellungsräumen zu sehen, sie begrüßen die Besucher bereits im öffentlichen Skulturengarten. 

Die Bevölkerungsdichte in der Region ist sehr hoch. Die Städte grenzen aneinander. Oft ist die Rede von der so genannten Metropole Ruhr. Im Jahre 2010 war das Ruhrgebiet mit 53 Städten die Kulturhauptstadt Europas. Darunter auch Duisburg www.ruhr2010.de Das geschah im Rahmen des gemeinsamen europäischen Projektes „Kulturhauptstadt Europas“. Diese Tatsache zeigt am besten, dass das  Aufbewahren und Wiederbeleben des Industrieerbes gelungen ist. In den letzten Jahrzehnten wurden wichtige Schritte in diese Richtung gemacht. Die alten Werke wurden zu Parkanlagen. In den Werkhallen sind heute Theatervorstellungen zu sehen. Der öffentliche Raum wird kreativ für Kunst, Ausstellungen und Discos genutzt. Das 230 ha große Gelände des stillgelegten Hüttenwerkes wurde zum Landschaftspark Duisburg-Nord umgebaut. Das neu konzipierte Gelände bietet den Besuchern eine fantastische Beleuchtung der monsterartigen Werksgebäude an. Man kann auch hier aktiv Zeit verbringen, zum Beispiel im riesigen Gasometer tauchen, in der Bunkeranlage für Eisenerz klettern oder am Hochseilparcours-Programm in der Gießhalle teilnehmen.

Wenn man über Duisburg spricht, denkt man sofort an den Duisburger Zoo. Der Tiergarten wurde 1934 gegründet, und heute sind hier auf einer 16 ha  großen Fläche Tiere und Vögel von allen Kontinenten zu bewundern. Einige von denen gehören zu bedrohten Tierarten. Besondere Anziehungskraft für die Besucher haben das Delfinarium und das Koalahaus.

Duisburg ist zwar kein Mekka der Touristen, aber in der Stadt sowie auch im „Ruhrpott“ gibt es immer was zu erleben. Wie man hier sagt: „Der Pott kocht.“

Infoquellen: www.duisburg.de wikipedia

20.04.2016

Pavel Simchanka über Duisburg

Stadt Duisburg