Dr. Ernst Kress über die Stadt Biberach

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Die erste Erwähnung von Biberach an der Riss in Oberschwaben (im heutigen Südosten von Baden-Württemberg) geht auf das Jahr 1083 zurück. Zwei Jahrhunderte später wurde sie zur Freien Reichstadt erhoben, d.h. sie war nicht einem Fürsten, sondern unmittelbar dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation unterstellt. Erst mit dem Untergang dieses Reiches (1806 durch Napoleon erzwungener Thronverzicht des Deutschen Kaisers in Wien, der gleichzeitig Kaiser von Österreich war) ging auch dieser Status, der autonome – v.a. steuerliche – Privilegien beinhaltete, verloren.
Den mittelalterlichen Charakter einer reichen Reichsstadt konnte Biberach bis heute bewahren. Ein Spaziergang über den alten Marktplatz und durch die umliegenden Gassen wird jeden Besucher begeistern. Oder entlang der erhalten gebliebenen Stadtmauer auf dem Gigelberg, wo ein herrlicher Panoramablick über die Stadt das Auge erfreut und wo der Weiße Turm noch Spuren der schwedischen Belagerung aus dem Dreißigjährigen Krieg des 17. Jahrhunderts trägt. Heute finden auf dem Gigelberg keine Schlachten mehr statt, sondern nur noch große Stadtfeste, so das alljährliche Biberacher Schützenfest.
Biberach hat auch kulturhistorisch einiges aufzuweisen, v.a. als Geburtsort und Wirkungsstätte des berühmten deutschen Dichters, Schriftstellers und Übersetzers, Christoph Martin Wieland (1733 – 1813). Die erste Shakespeare-Aufführung in deutscher Sprache fand 1761 nach Wielands Übersetzung in Biberach statt! Das „Komödienhaus in der Schlachtmetzig“ (ehemaliger Schlachthof), wo europäische Theatergeschichte geschrieben wurde, steht heute noch.
Jeder künstlerisch interessierte Besucher sollte sich auch das Biberacher Braith-Mali-Museum anschauen, in dem der Nachlass der Maler Anton Braith (eines gebürtigen Biberachers, 1836 – 1905) und Christian Friedrich Mali (1832 – 1906) aufbewahrt wird. Diese Museumsschätze gelten als die einzigen vollständig erhaltenen Künstlerateliers des 19. Jahrhunderts.
Biberach liegt an der sog. Oberschwäbischen Barockstraße. Diese Ferienstraße verbindet zahlreiche sakrale Barockbauten in und um Biberach herum. Sehr befahrenswert ist auch die Oberschwäbische Mühlenstraße vor Biberachs Haustür, ein Netz touristisch interessanter Wassermühlen im Mühlenwinkel an den Flüssen Iller, Rot und Riss. Rund 100 Mühlen können von innen oder zumindest von außen besichtigt werden. Viele der Mühlen sind noch in Betrieb, teils wurden Mühlenmuseen eingerichtet.

© Stadtverwaltung Biberach

30.12.2015

Dr. Ernst Kress über die Stadt Biberach

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