Daniela Gräber stellt die Stadt Saarlouis im Südwesten Deutschlands vor

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Das Saarland, das im äußersten Südwesten gelegene und flächenmäßig kleinste deutsche Bundesland, besteht nicht nur aus den Hinterlassenschaft der Stahlindustrie – es bietet viel mehr!

Wußten Sie übrigens, dass das Saarland nicht von Anfang an zur Bundesrepublik Deutschland gehörte? Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Saarland zunächst Teil der französischen Besatzungszone und von 1947 bis Ende 1956 ein teilsouveränes Land (unter politischer Hegemonie Frankreichs) mit eigener Staatsangehörigkeit, eigener Flagge – und einer eigenen Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1952! Ein paar Jahre später kam dann die sog. „kleine Wiedervereinigung“: Am 01.01.1957 trat das Saarland als elftes Bundesland der Bundesrepublik Deutschland bei.

Saarbrücken ist die Hauptstadt des Saarlands und Sitz der Landesregierung. Aber kennen Sie bereits Saarlouis, die „heimliche Hauptstadt“ des Saarlands? Wenn nicht, ein Besuch in der ehemaligen französischen Festungsstadt und dem umgebenden Landkreis lohnt sich.

Der französische König Ludwig XIV. ließ 1680 die Stadt Saarlouis als Festung zum Schutz der Ostgrenze Frankreichs errichten. Aus dieser Zeit stammt das französische „–louis“ im Namen der jetzt deutschen Stadt. Der sternförmige Grundriss der ehemaligen Festungsstadt ist noch heute erkennbar; die Überreste der Festungsanlagen (Gräben, Wälle, Gebäude) wurden ins Stadtbild integriert.

Saarlouis wird durch zahlreiche Straßencafés, Bistros, erstklassige Restaurants und gemütliche Gaststätten mit Leben erfüllt. Besonders anziehend für Jung und Alt sind die vielen individuell gestalteten Gastronomiebetriebe in den historischen Kasematten (z.T. unter der Erde gelegene Festungsgewölbe) und in der Saarlouiser Altstadt, einem beliebten Treffpunkt der Region. Für Freunde einer abwechslungsreichen Gastronomie gilt die Stadt daher über die Landesgrenzen hinaus als Geheimtipp.

Auch der Landkreis Saarlouis sowie die nähere Umgebung bietet viele lohnenswerte Ausflugziele – da ist für jeden etwas dabei:

Historisch Interessierte finden bei Blieskastel den „Gollenstein“, den größten Menhir Mitteleuropas. Sie können das Grab einer keltischen Fürstin besuchen (im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim) oder römische Villen (Nennig, Borg) und ein römisches Kupferbergwerk (Emilianus-Stollen in St. Barbara) besichtigen. Für Mittelalterfans gibt es eine Vielzahl von Burgen und malerischen Burgruinen, während Freunde des Barock in Blieskastel und Saarbrücken auf ihre Kosten kommen. Für die neuere saarländische Geschichte steht das UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte, ein gigantisches ehemaliges Eisenwerk.

Natur- und Wanderfreunde sind im Landkreis Saarlouis und Umgebung gut aufgehoben. Malerische Grenzlandwanderwege führen Sie mal diesseits, mal jenseits der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland. In dem kleinen Ort Leidingen (Kreis Saarlouis) verläuft die Grenze sogar längs der „Neutralen Straße“ (soz. als Mittelstreifen) mitten durch den Ort. Auf einer Straßenseite stehen die Häuser also in Deutschland, auf der anderen in Frankreich. Vom Aussichtspunkt Cloef können Sie aus 180 m Höhe auf das Wahrzeichen des Saarlands, die Saarschleife, herabblicken. Oder wandern Sie durch abwechslungsreiche Landschaften zu einzigartigen Naturdenkmälern wie dem Brennenden Berg in Dudweiler oder sagenumwobenen Felsformationen wie dem Stiefel bei St. Ingbert.

Und Sie wissen ja, wo Sie nach den ganzen anstrengenden Wanderungen und Besichtigungen einkehren können – in Saarlouis, der „heimlichen Hauptstadt“ des Saarlands!

24.02.2016

Daniela Gräber stellt die Stadt Saarlouis im Südwesten Deutschlands vor

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